Sozial ist was Anderes - Mindestanforderung für Wohnungslose abgelehnt

Kche ObdachlosenunterkunftDie Würde des Menschen ist unantastbar, so steht es zumindest im Grundgesetz. Und diese Würde sollte bei den Unterkünften von Wohnungslosen nicht an der Haustür enden. „Für die Linksfraktion im Rat der Stadt ist das eine Selbstverständlichkeit, aber anscheinend nicht für alle anderen Mandatsträger“, kritisiert Gisela Ohnesorge, Ratsfrau der LINKEN, die Entscheidung in der Ratssitzung am 12. Februar, keine Mindeststandards einzuführen. „Die zum Teil unhaltbaren Zustände in der Sammelunterkunft ‚An der Horst‘ werden sich nun leider nicht verbessern.“

Keine Gemeinschaftsräume oder Backöfen oder fehlende Vorhänge oder Mülleimer sind nur einige der Mängel, mit denen die über 50 Bewohner, die teilweise über ein Jahr dort leben, zurechtkommen müssen. Und das zu einem Tagessatz von 10 Euro in einem Doppelzimmer.

„Die Hoffnung, dass die SPD sich dafür einsetzen würde, das Leben für die Ärmsten erträglicher zu machen, wurde ja leider bereits im Ausschuss zerschlagen“, geht die Ratsfrau auf das Abstimmungsverhalten der Ratskollegen ein. „Da zeigt sich, dass die Partei immer nur dann vorn dabei ist, wenn es darum geht, sich in Sonntagsreden als soziale Partei darzustellen. Die entsprechende Politik sucht man leider häufig vergebens.“

Doch einen kleinen Hoffnungsschimmer gibt für die Menschen, die von Unterkünften für Wohnungslosen abhängig sind, noch. Der Überarbeitung der Unterbringungsrichtlinien wurde zugestimmt. „Auch wenn das ein richtiger Schritt werden könnte, werde ich die Entwicklung genauestens beobachten“, dämpft Ohnesorge jedoch zu großen Optimismus. „Schließlich lässt sich noch nicht absehen, in welche Richtung die Satzung verändert wird. Ich befürchte, dass es nicht zu einer Verbesserung der Situation der Wohnungslosen kommen wird. So könnte ich mir vorstellen, dass zum, Beispiel die Gebühren noch oben geschraubt werden.“

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