Berechnung und Umsetzung von Photovoltaikanlagen

PhotovoltaikDie Antwort der Verwaltung auf die Anfrage der BIBS-Fraktion 19-10628 „Dächer mit Photovoltaikanlagen auf öffentlichen Gebäuden“ (PlUA, 7.5.2019) hat bei uns Fragen aufgeworfen.

Nach in der Branche üblichen Wirtschaftlichkeitsberechnungen kann man mit Photovoltaikanlagen unter realistischen Bedingungen in Braunschweig (Jahreserträge von 900 ... 1.050 kWh/kWp; Anlagengröße > 7 kWp; hieraus resultierend jährliche Investitionskosten von< 1.500,- € brutto/a, Annahme einer Nutzungsdauer von ca. 25 Jahren, Berücksichtigung angemessener Betriebskosten von 1,5 % bis 2 % der Investitionssumme pro Jahr) Strom für zwischen 7 und 10,5 cts/kWh brutto erzeugen.

Die Einschränkung auf die „Grundlast“ eines Gebäudes erscheint nicht plausibel. Es ist davon auszugehen, dass eine größere PV-Anlage auch eine höhere absolute Eigenstromversorgung (mit einer Einsparung von 22 cts/kWh) erbringen kann.

Dieses vorausgeschickt bitten wir die Verwaltung um die Beantwortung der folgenden Fragen:

  1. In ihren Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen geht die Verwaltung von einer Nutzungsdauer von nur 20 Jahren aus (s. Drucksache 19-10187-01) und kommt zu dem Schluss, dass größere (d.h. der Dachfläche in etwa angepasste) Anlagen unwirtschaftlich seien. Welche Berechnungen liegen diesem Ergebnis zu Grunde?
  2. Die Stadt betreibt seit einigen Jahren ein sehr erfolgreiches Förderprogramm für regenerative Energien. Aufgrund welchen politischen Auftrages wird hier derselbe Bereich, ein Bereich des Klimaschutzes, unter die Prämisse der maximalen Wirtschaftlichkeit gestellt?
  3. In der Drucksache 13359/13 vom 18.11.2013 listet der Verwaltung ca. 7.500m² sanierte und für Photovoltaik geeignete Dachflächen auf städtischen Gebäuden auf. Unserer Kenntnis nach wurde bisher nur eine einzige der betrachteten Dachflächen mit PV belegt. Weshalb wurden die übrigen, offenbar geeigneten Dachflächen bisher nicht mit PV belegt?

LinieAntwort:

Zu Frage 1.

Der Betrachtungszeitraum von PV-Anlagen wurde seitens der Verwaltung auf die durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (kurz: EEG) gesetzlich festgeschriebene Förderdauer von 20 Jahren festgelegt, da eine verlässliche Aussage zu den voraussichtlichen Ertragsmöglichkeiten nach Ablauf der EEG-Vergütung nicht möglich ist.

Die Verwaltung verfolgt bei der Auslegung von PV-Anlagen eine Wirtschaftlichkeit, die sich durch die Investitions- und Betriebskosten im Verhältnis zu den Erträgen ergibt.

Maßgeblich bei der Berechnung ist der Eigenverbrauchsanteil, da dieser für die Wirtschaftlichkeit ausschlaggebend ist.

Zu Frage 2.

Aufgrund des hohen Bedarfs standen in den letzten Jahren Neubauten und Sanierungen von Schulen und Kitas im Vordergrund. Insbesondere Sicherheitsthemen wie Brandschutz und Trinkwasserhygiene sowie die Thematik Inklusion rückten bei der Finanzierung dabei in den Fokus. Für die Umsetzung von Photovoltaikanlagen standen deshalb nur im begrenzten Umfang Mittel zur Verfügung. Ihr Ausbau wird jedoch im neuen Klimaschutzkonzept der Stadt eine zentrale Rolle einnehmen.

Zu Frage 3.

Ich verweise auf die Stellungnahme 19-10187-01, in der die Entwicklung des Zubaus von PV auf städtischen Dächern dargestellt wurde. Die Kita Heideblick mit 15 kWpeak konnte als einzige an einen eingetragenen Verein verpachtet werden.

Neue Ausschreibungen zur Verpachtung würden unter der Voraussetzung einer Direkteinspeisung voraussichtlich zu einem vergleichbaren Ergebnis führen.

Die PV der Kita Lamme-Ost II wird seit 2018, die Kita St. Zachäus und die GS und Kita Lamme seit 2019 in Eigenregie betrieben. Die Kita Schwedenheim, die BBS V sowie die Sporthalle Lehndorf werden ebenfalls noch im Jahr 2019 in Eigenregie in Betrieb genommen. Je nach Baufortschritt ist dieses auch für die GS Waggum, die GS Ilmenaustraße, die Kita Schölkestraße, die Mensa der GS und KITa Lamme sowie die Feuerwehrleitzentrale vorgesehen.

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