Ein Leben ohne Strom, Gas und Wasser – Familien mit Kindern besonders hart getroffen

StromleitungWarmes Wasser, Heizung oder ein funktionierender Herd: Eigentlich sind das Grundlagen des Lebens in der heutigen Zeit, doch leider ist das nicht in jedem Haushalt selbstverständlich. Rund 1.000 Haushalte in Braunschweig werden jährlich von der Versorgung von BS Energy abgeschnitten, weil sie finanziell in den Rückstand geraten sind. „Von dieser Maßnahme, die ein normales Leben fast gänzlich verhindert, sind auch Familien mit kleinen Kindern betroffen“, umschreibt der Fraktionsvorsitzende der LINKEN, Udo Sommerfeld, die Situation „Viele geraten unverschuldet in die Notlage, da sie von prekärer Arbeit oder staatlicher Unterstützung leben müssen.“

Und auch wenn alle Menschen, bei denen die Versorgung von BS Energy gesperrt wurde, erheblich im alltäglichen Leben eingeschränkt werden, treffe eine Sperrung Familien mit kleinen Kindern besonders hart. „Es kann nicht sein, dass in den letzten sechs Jahren jährlich durchschnittlich über 70 Familien mit Kindern betroffen waren“, so Sommerfeld weiter. Darunter waren im Schnitt fast 30 Familien mit einem Kleinkind unter drei Jahren und über 20 Familien mit Kindern zwischen vier und neun Jahren. Das ergab sich aus den Antworten auf die drei Anfragen der Linksfraktion zum Thema Energiearmut, die sie seit 2013 gestellt hat.

„Jeder, der Kinder großgezogen hat, weiß, wie abhängig man bei Kindern in dem Alter von der Energieversorgung ist“, betont der Fraktionsvorsitzende. „Wir müssen dafür sorgen, dass zumindest diese Gruppe zukünftig von Sperrungen ausgenommen wird.“ Deshalb habe die Linksfraktion nun die aktuellen Zahlen angefragt. Wenn sich die Situation nicht deutlich verbessert habe, werde die Fraktion mit Anträgen aktiv. „Es kann nicht sein, dass trotz einer Aussage von BS Energy aus 2013, es gäbe keine Sperrungen bei Kleinkindern, die Zahl der betroffenen Haushalte relativ konstant geblieben ist.“

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