Antrag: Angemessene Ehrung für Minna Faßhauer
Donnerstag, 8. August 2013

Antrag der LINKSFRAKTION zur Sitzung des Ausschuss für Kultur und Wissenschaft am 09.08.2013 (Beratungsfolge: Rat der Stadt am 27.08.2013)

Zu dieser Sitzung liegt dem Auschuss die "Biographische Dokumentation zu Minna Faßhauer" von Herrn Prof. Dr. h. c. Biegel vor.

Zum Nachlesen siehe hier
Oberbürgermeister Hoffmann lehnt eine wie immer geartet Ehrung von Minna Faßhauer weiterhin ab, Stellungnahme siehe hier.

DIE LINKE hingegen sieht sich durch die genannte Dokumentation in ihrem Bestreben bestärkt und stellt folgenden Antrag:

Die Verwaltung wird gebeten, ein Konzept zu erstellen, wie Minna Faßhauer zukünftig angemessen geehrt werden kann. Dieses Konzept ist dem Rat zur Beschlussfassung vorzulegen.

Begründung: Die 1875 geborene Minna Faßhauer wurde 1918 von der Braunschweiger Räteregierung zur Volkskommissarin für Volksbildung und Volkswohlfahrt gewählt. Damit war sie die erste Frau in Deutschland im Amt einer Ministerin. In ihrer Amtszeit wurden u.a. die Gesetze zur Trennung von Staat und Kirche und der Abschaffung von geschlechtsspezifischen Schulen auf den Weg gebracht. In Braunschweig erinnert nur sehr wenig an diese Frau. Dies soll sich ändern. Die Dokumentation von Prof. Biegel hat ergeben, dass Minna Faßhauers politisches Wirken nachhaltig war. Auch das Kriterium der Vorbildhaftigkeit ist erfüllt. „Ihr soziales Engagement für die Unterdrückten, für Frauenrechte und Gleichheitsgrundsatz umfasst [..] Werte, die vorbildhaft auch für die Zukunft erinnert werden können.“ Angeblich „dunkle Flecken“ gibt es in ihrer Biographie im Sinne der „Nicht-Erhellung“ nicht mehr. Ihre Verurteilung wegen angeblicher Beteiligung an Sprengstoffanschlägen erfolgte durch eine Justiz, die nachgewiesener Maßen parteiisch urteilte. Minna Faßhauers Wirken war bis zu ihrem Tod im Juli 1949 von Gradlinigkeit bestimmt.

Udo Sommerfeld, Fraktionsvorsitzender

Im Ausschuss für Kultur und Wissenschaft fand dieser Antrag in folgender Fassung eine Mehrheit (bei Gegenstimmen der CDU-Ausschussmitglieder):

Die Verwaltung wird gebeten, ein Konzept zu erstellen, wie Minna Faßhauer zukünftig angemessen gewürdigt werden kann. Dieses Konzept ist dem Rat zur Beschlussfassung vorzulegen.

Bericht in der "BZ" siehe hier

Da die SPD-Ratsfraktion später im Verwaltungsausschuss zu diesem Antrag "Beratungsbedarf" angemeldet hat, wird dieser Antrag erst nach der Ratsitzung vom 27.08.2013 behandelt.