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Endlich auch für die Kriegstoten der Sowjetunion eine würdige Gedenkstätte PDF Drucken E-Mail
Freitag, 19. September 2014

EhrenmalAm 15.07.2014 stellte die LINKE im Rat die Anfrage nach dem Pflegezustand der rund 673 Gräber von Soldaten der Roten Armee und Zwangsarbeitern aus der Sowjetunion sowie eines Denkmals auf dem sogenannten Ausländerfriedhof am Brodweg.

Für Gräber von Soldaten, zivilen Bombenopfern, KZ-Opfern, Zwangsarbeitern u.a. gelten besondere Bedingungen, die im sogenannten Gräbergesetz festgelegt sind. Diese Gräber werden dauerhaft erhalten als Gedenkstätten und Mahnorte. Der Unterhalt dieser Gräber obliegt den Ländern, die aber entsprechende Mittel vom Bund erhalten. Die Länder reichen diese Gelder weiter an die entsprechenden kommunalen Ebenen. Auch die Pflege von Denkmäler unterliegt gesetzlichen Regelungen. Festzustellen ist, dass die Grabanlagen in diesem Teil des Braunschweiger Hauptfriedhofes einen sehr ungepflegten Eindruck machen, zum Teil sind die Gräber als solche nicht mehr erkennbar, vieles ist mit Unkraut überwuchert. Das Denkmal für die Opfer aus der ehemaligen Sowjetunion ist ebenfalls in einem schlechten Zustand, kaum lesbare Inschrift, mit Moos überzogen.

In der Anfrage der LINKEN im Rat der Stadt wurde die Verwaltung auch gefragt, in welcher Höhe Mittel vom Land in den Jahren 2011-2013 für die Pflege, Unterhaltung und Sanierung von Kriegsgräbern und Gedenkstätten geflossen sind. Weiterhin wurde gefragt, welche Maßnahmen in den jeweiligen Jahren mit diesen Mitteln durchgeführt wurden und weshalb sich der Friedhof (Ausländerfriedhof) sowie das Denkmal am Brodweg (errichtet am 13.11.1945, erinnert an die Angehörigen der Roten Armee und die sowjetischen Zwangsarbeiter) in einem solchen ungepflegten Zustand befinden.

Die Antworten in der Ratssitzung blieben insofern unbefriedigend, weil zwar erläutert wurde, dass eine regelmäßige Pflege stattfinde, die Unterschiede des Pflegezustandes zwischen den Ehrenfriedhöfen auf dem Hauptteil des Friedhofes (Gräber der Toten des Ersten und Zweiten Weltkrieges) und dem sogenannten Ausländerfriedhof aber nicht geklärt wurden. Zugesagt wurde aber eine gemeinsame Begehung mit den Verantwortlichen der Verwaltung.

Diese Begehung hat dann auch Anfang September stattgefunden. Anwesend waren der Fachbereichsleiter Stadtgrün, die beiden Ratsmitglieder der Linken sowie ein Vertreter der VVN und ein Vertreter des Vereins Gedenkstätten für Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft. Es bestand Einigkeit, dass die Anlage keinen dem Kriegsgräbergesetz entsprechenden Zustand aufweist und eine Umgestaltung notwendig ist. In einem ersten Schritt sollen die Grabstellen namentlich zugeordnet werden - soweit das möglich ist. Dann sollen die Gräber als solche hergestellt und mit Gedenksteinen versehen werden. Die endgültige Gestaltung wird aber in Absprache zwischen Verwaltung und Politik sowie Vertretern der im Gedenkstättenbereich tätigen Menschen erfolgen.

Ein wichtiger Schritt, um endlich auch in diesem Teil des Friedhofes einen besseren Pflegezustand zu erreichen und ein würdiges Gedenken zu ermöglichen, wie dies in den anderen Teilen des Friedhofes schon jetzt der Fall ist. (Gisela Ohnesorge)

 
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