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310: St. Florian im Westlichen Ringgebiet – Das neue Baugebiet an der Feldstraße PDF Drucken E-Mail
Donnerstag, 10. August 2017

 Gisela Ohnesorge

Der eine oder die andere fragt sich jetzt. Was war das nochmal mit dem St. Florian und was hat der mit dem Westlichen Ringgebiet zu tun?

Der Heilige Florian von Lorch lebte im frühen 9.Jahrhundert und starb den Märtyrertod. Kurzgefasst: Er sollte wegen seiner christlichen Überzeugung öffentlich verbrannt werden, was er aber selber verhindern konnte und er wurde stattdessen ertränkt. Aufgrund dieser Geschichte wurde St. Florian auch zum Schutzpatron der Feuerwehren. Das Sankt-Florian-Prinzip oder die Sankt-Florian-Politik aber bezeichnet heute Verhaltensweisen, potentielle Bedrohungen oder Gefahrenlagen nicht zu lösen, sondern auf andere zu verschieben. Frei nach dem Motto: „Heiliger St. Florian, verschon mein Haus, zünd andere an.“ Wie es zu dieser Bedeutungsveränderung kam, ist nicht ganz geklärt. Aber die beschriebene Verhaltensweise ist leider eine gern praktizierte.

So auch im Fall der Entsorgung des belasteten Bodenmaterials aus dem geplanten Baugebiet an der Feldstraße und der dazugehörigen Stellungnahme des Siedlervereins Alt Petritor.

Bisher war immer von Seiten der Verwaltung von Sachzwängen die Rede: Eine Entsorgung könne nur in Richtung Madamenweg und dann über den Raffturm erfolgen. Damit würde man nur wenige Menschen belästigen. Und da die Unterführung an der Feldstraße nicht die notwendige Höhe hat, müsse man den Rad- und Fußweg an der Tangente ertüchtigen. Man würde schonend vorgehen, möglichst wenige Bäume fällen usw.

In der Stellungnahme des Siedlervereins wird von der Fällung von Hunderten von Bäumen gesprochen. Diese Angabe wurde in einer Nachfrage unsererseits im Bauauschuss von der Verwaltung nicht als falsch zurückgewiesen. Ein solcher Eingriff in die Natur wird von uns abgelehnt. So viele Grünoasen haben wir wahrlich nicht im Westlichen Ringgebiet. Hier kann man dem Siedlerverein nur zustimmen. Aber dieser hat eine Lösung parat nach dem schönen St.Florian Prinzip: „Weniger Bäume müssen fallen, wenn ein kürzerer Weg südlich des Sportgeländes über die Kreuzstraße gefunden wird“ und erneut: „Es muss dabei bleiben: Nicht durch Alt-Petritor.“ So schiebt man Lasten von sich weg auf andere. Hier muss darauf geachtet werden, dass die Verwaltung nicht diesem Vorschlag folgt, denn der Protest von Seiten der Madamenweg-Bewohnerinnen und Bewohner ist bisher nicht so laut wie der der Kälberwiesen-Bewohner

Das neue Baugebiet mit der Planung von Mehrgeschosswohnungsbau wird vom Siedlerverein generell abgelehnt, da Sozial-Schwache nicht in die Kälberwiese passen würden.  In der Zeitung des Siedlervereins heißt es dazu: „Gut ist allein, dass die Planungsverwaltung (bisher noch) den Autoverkehr allein über die Kreuzstraße/Madamenweg lenken will, nicht über Kälberwiese/Amselstraße/Vogelsang. Doch auch hier droht Unheil! Die Linke hat im Bezirksrat den Antrag gestellt, der Verkehr aus den beiden Neubaugebieten „An der Schölke“ und „Feldstraße/Kälberwiese“ dürfe nicht allein über Kreuzstraße/Madamenweg geführt werden, sondern ein Teil müsse auch über Alt-Petritor.“ Richtig! Das haben wir ausdrücklich gefordert und eine Mehrheit im Bezirksrat hat sich dem angeschlossen. Es geht nicht an, dass immer den ohnehin schon belasteten Anwohnerinnen und Anwohnern des Madamenwegs weitere Lasten zugeteilt werden. Frei nach dem Prinzip: Die haben schon so viel Verkehr, da können sie auch noch mehr vertragen. Wir wollen, dass die Belange aller Einwohnerinnen und Einwohner unseres Stadtteils beachtet werden und werden weiterhin dafür eintreten, dass hier eine gleichmäßige Verteilung von Lasten erfolgt bzw. solche Lasten noch Möglichkeit gar nicht erst entstehen. Einer Fällung von vielen Bäumen werden wir ebensowenig zustimmen wie einer einseitigen Verkehrserschließung der neuen Baugebiete über Kreuzstraße und Madamenweg. 

Gisela Ohnesorge, Fraktionsvorsitzende DIE LINKE. im Stadtbezirk Westliches Ringgebiet

 
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